Die spätrömisch-dekadente, weinerliche Horst-Köhler-Generation

Genau das ist es, was dem normalen Bürger – und gerade jener Generation, die zwischen Karriereaufstieg, krisenbedingter Angst um den Arbeitsplatz (und somit gleich der Angst vor Hartz IV) und der Fragen nach Familie nicht erklären kann. Dass da oben so offensichtlich kein Wille besteht, Dinge voranzubringen. Auf der Brücke zu stehen, auch wenn die Wellen einen fast umhauen. Vor der NRW-Wahl wollte die Regierung nicht handeln in der Angst, die NRW-Wahl zu verlieren. Nun gibt es nicht mal eine Regierung in NRW – gehandelt wird noch immer nicht. Gäbe es die Blockade, weil offen um die beste Lösung gestritten wird – es wäre noch hinnehmbar. Aber so?

“Spätrömische Dekadenz” warf Guido Westerwelle den Deutschen vor. Mir scheint, er hatte Recht. Denn tatsächlich erinnert Berlin in diesen Tagen an das späte Rom. Die Mächtigen debattieren und intrigieren während vor der Stadt schon der Wald brennt. Es ist das Bild einer Generation, die sich allein mit dem aus ihrer Sicht Wichtigsten beschäftigt ist: sich selbst. Und die bei der kleinsten Form von Kritik zu weinen beginnt: “Die Welt ist ja so böse zu mir.”

Dem Artikel kann ich nur beipflichten. Unsere aktuelle Politikergarde scheint nur noch aus selbstverliebten Heulsusen zu bestehen. Der Status Quo scheint wichtiger als die Aufgabe des Regierens selbst.
Nun könnte man argumentieren, die Leute sind ja vom Volk gewählt worden. Aber kann mir denn jemand Alternativen nennen? Welche Partei bietet ehrgeizige, kompromisslose und dennoch vernunftbegabte Kandidaten?

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